Erkenntnisse: sechs Auswertungen und die Frage nach genug Daten

5. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit

Zusammenfassung: In der Auswertung findest du die Ansicht „Erkenntnisse“. Sechs Auswertungen analysieren deine Serien, z. B. ob dein erster Schuss schlechter ist, als die anderen, oder wohin deine Ausreißer tendieren. Jede kennt drei mögliche Antworten: einen Befund, einen Hinweis wie „Kein messbarer Unterschied“ oder „Noch zu wenig Daten“, jeweils mit den passenden Zahlen.

Wähle im Tab „Auswertung“ den Eintrag „Erkenntnisse“. Anstelle der Wertung erscheint daneben ein Dropdown mit deinen Disziplinfamilien, etwa Luftgewehr oder Luftpistole. Die Auswertungen beziehen sich immer nur auf eine Disziplin, denn ein Auflage-Schuss und ein Freihand-Schuss gehören nicht in dieselbe Statistik. Die Zeile „Basis“ darunter zeigt dir, wie viele Serien und Schüsse eingeflossen sind.

AuswertungFrageVoraussetzung
„Schussposition in der Serie“Fällt eine Schussnummer ab oder sticht sie heraus?10 Serien mit einer durch 10 teilbaren Schusszahl
„Nach einem schlechten Schuss“Wie fällt der Schuss nach einem Ausreißer aus?je 10 Schüsse nach schlechten und nach normalen Schüssen
„Liegengelassene Ringe“Was brächte ein zentriertes Visier?5 Serien mit gemessenen Positionen
„Training vs. Wettkampf“Schießt du im Wettkampf anders?je 5 Serien vom Typ Training und Wettkampf
„Wohin gehen die Ausreißer?“Häufen sich die schlechtesten Schüsse in einer Richtung?10 schlechte Schüsse mit gemessener Position
„Bedingungen“Macht Munition, Ort, Wochentag, Tageszeit oder Trainingspause einen Unterschied?5 Serien pro Gruppe, Munition und Ort zugeordnet

Wie eine Auswertung erstellt wird

Zuerst prüft die App, ob genug Daten vorhanden sind: zehn Schüsse oder Serien bei Fragen auf Schussebene, fünf Serien pro Gruppe, sobald Serien verglichen werden. Reichen die Daten noch nicht, steht auf der Auswertung „Noch zu wenig Daten (3 von 5).“ Die Klammer zeigt dir, wie weit du von einer Auswertung noch entfernt bist.

Reicht das Datenmaterial, prüft die App, ob der Unterschied auch Zufall sein könnte. Einen Befund gibt es erst, wenn das 95-Prozent-Konfidenzintervall einen Unterschied von mindestens 0,05 Ringe pro Schuss beträgt, also ein halber Ring pro zehn Schuss. Fällt der Test durch, steht auf der Auswertung ein Satz wie „Kein messbarer Unterschied zwischen Training und Wettkampf.“ Auch das ist ein Ergebnis: In deinen Daten zeigt sich einfach kein solches Muster.

Was ein schlechter Schuss ist, legt die App anhand deiner eigenen Schüsse fest: die schlechtesten zehn Prozent der gewählten Disziplin. Die Sätze auf den Auswertungen sind vorgefertigte Texte, in die die App ihre Zahlen einsetzt. Ein Sprachmodell ist an der Rechnung nicht beteiligt.

Schussposition und der Schuss danach

Ring Reader Screenshot: Auswertung „Schussposition in der Serie“ mit zehn Balken für Schuss 1 bis 10, der erste orange und niedriger als die übrigen, einer gestrichelten Linie für den Gesamtschnitt und dem Befund, dass der erste Schuss im Schnitt 0,2 Ringe unter dem Rest liegt, mit „Nimm dir mehr Zeit zum Ankommen.“

Die Auswertung „Schussposition in der Serie“ legt deine Serien in Zehnerblöcken übereinander und berechnet den Schnitt für Schuss 1 bis 10. Serien mit 20 oder 40 Schuss werden dafür aufgeteilt; eine Serie mit 15 Schuss bleibt unberücksichtigt. Hält eine Abweichung dem Test stand, nennt die Auswertung die Position und den Abstand in Ringen. Beim ersten Schuss ergänzt sie „Nimm dir mehr Zeit zum Ankommen.“, beim letzten fragt sie „Schon beim Ergebnis?“. Gezählt wird in der Schussreihenfolge. Bei Papierscheiben legst du die Reihenfolge über „Reihenfolge“ auf der Ergebnisseite fest.

„Nach einem schlechten Schuss“ vergleicht jeden Schuss, der auf einen deiner schlechten Schüsse folgt, mit den Schüssen nach einem normalen Schuss. Liegt der Folgeschuss auf deinem üblichen Niveau, sagt dir die Auswertung, dass dich ein schlechter Schuss nicht aus der Serie wirft. Bei einem Abfall nennt sie den Abstand und rät zu einer kurzen Pause. Fällt der Schuss nach einem Ausreißer sogar besser aus als sonst, steht dort, dass du dich neu fokussierst.

Liegengelassene Ringe

Ring Reader Screenshot: Auswertung „Liegengelassene Ringe“ mit dem MPI-Versatz → 0,33 ↓ 0,70, der Zeile „Durchschnitt: 101,2 · Korrigiert: 102,2 (+1,0) pro Serie“ und dem Befund über 1,0 Ringe mehr pro 10 Schuss, der mit „Prüf dein Visier.“ endet

Diese Auswertung verschiebt jede Serie rechnerisch so, dass ihre Gruppenmitte auf der Scheibenmitte liegt, und wertet alle Schüsse an der verschobenen Stelle neu. Der Unterschied zur echten Wertung entspricht dem Gewinn, den ein sauber eingestelltes Visier gebracht hätte, in Ringen pro zehn Schuss. Schüsse mit geschätzter Lage und Importe ohne Koordinaten lässt die App weg. Erst ab einem halben Ring pro zehn Schuss und nur, wenn der Gewinn über alle deine Serien hinweg stabil ist, nennt die Auswertung die Zahl und schließt mit „Prüf dein Visier.“ Sitzen deine Gruppen sauber in der Mitte, teilt sie dir das ebenfalls mit. Wie dieselbe Rechnung auf einer einzelnen Serie aussieht, zeigt der Beitrag zum korrigierten Ergebnis. Wie du den mittleren Treffpunkt über Wochen liest, steht in Was der mittlere Treffpunkt über deine Technik verrät, und wie viele Klicks der Versatz am Visier braucht, in Visier justieren mit Zahlen.

Training vs. Wettkampf

Ring Reader Screenshot: Auswertung „Training vs. Wettkampf“ mit dem Befund, dass der Wettkampf im Schnitt 1,2 Ringe pro 10 Schuss unter dem Training liegt, der Zeile „402 Trainings, 40 Wettkämpfe“ und darunter Streuung und Abstand der Gruppenmitte für Training und Wettkampf

Diese Auswertung basiert auf dem Feld „Typ“ auf der Ergebnisseite mit den Optionen Training, Wettkampf, Trocken und Einschießen. Serien ohne Typ werden nicht berücksichtigt. Sobald je fünf Serien beider Typen da sind, vergleicht die App den Schnitt pro Schuss und schreibt das Ergebnis in Ringen pro zehn Schuss auf die Auswertung, darunter eine Zeile wie „12 Trainings, 6 Wettkämpfe“. Bei einem Befund folgen die Streuung in Millimetern und der Abstand der Gruppenmitte zur Scheibenmitte, getrennt nach Training und Wettkampf. Daran siehst du, ob der Wettkampf deine Gruppe weiterbringt oder als Ganzes verschiebt. Den Typ setzt du auf der Ergebnisseite oder im Verlauf für viele Serien auf einmal; das Kapitel Training erfassen zeigt dir die Knöpfe.

Wohin gehen die Ausreißer?

Ring Reader Screenshot: Auswertung „Wohin gehen die Ausreißer?“ mit der Richtungsrose aus acht Sektoren, der Sektor links unterhalb mit 227 Schüssen am größten, und dem Befund „47 % deiner 482 schlechtesten Schüsse liegen links unterhalb deiner Gruppenmitte.“

Für jede Serie bestimmt die App die Gruppenmitte und schaut nach, in welche Richtung deine schlechten Schüsse von dort abweichen, in acht Sektoren mit Bezeichnungen wie „rechts oben“ oder „links unten“. Einen Befund gibt es, wenn im vollsten Sektor mindestens ein Viertel der Ausreißer liegt und der Anteil auch statistisch über dem Achtel bleibt, das der Zufall in jeden Sektor legen würde. Dann steht dort etwa „47 % deiner schlechtesten Schüsse liegen links unterhalb deiner Gruppenmitte.“ Verteilen sich die Ausreißer gleichmäßig, gibt es laut Auswertung kein Richtungsmuster. Jetzt weißt du beim nächsten Training, worauf du achten solltest. Welche Ursachen Trainer für Ausreißer in einer Richtung als Erstes prüfen, zeigt die Fehlerscheibe.

Bedingungen

Ring Reader Screenshot: Auswertung „Bedingungen“ mit dem Dropdown auf „Munition“, RWS R10 Match mit 223 Serien und +0,5, H&N Excite Econ mit 219 Serien und −0,5, der Zeile „Schnitt“ und dem Befund, dass H&N Excite Econ 0,5 Ringe pro 10 Schuss unter dem Schnitt liegt

Die sechste Auswertung hat ein eigenes Dropdown mit Munition, Ort, Wochentag, Tageszeit und Trainingspause. Sie teilt deine Serien nach dem gewählten Merkmal in Gruppen, zeigt pro Gruppe die Zahl der Serien und den Schnitt pro Schuss und testet jede Gruppe mit mindestens fünf Serien gegen alle übrigen. Ein Befund nennt die Gruppe und ihren Abstand zu deinem sonstigen Niveau in Ringen pro zehn Schuss; sonst steht dort „Kein belastbarer Unterschied zwischen den Gruppen.“

Munition und Ort kennt die Auswertung nur, wenn du sie deinen Serien zugeordnet hast; wie du sie anlegst, zeigt das Kapitel Geräte & Orte verwalten. Fehlt das, bittet sie dich darum, und eine Zeile wie „23 Serien ohne Zuordnung“ verrät dir, wie viele es sind. Wochentag und Tageszeit liest die App aus dem Datum der Serie, die Trainingspause aus dem Abstand zur vorigen Serie derselben Disziplinfamilie, in Stufen wie „2-3 Tage“ oder „15+ Tage“.

Hast du eine KI-App mit Ring Reader verbunden, kann sie dieselben Auswertungen abrufen und erfährt dabei, dass „kein Effekt“ ein Ergebnis ist. Die Einrichtung steht im Kapitel Ring Reader + KI verbinden.

Häufige Fragen

Warum zeigt eine Auswertung „Noch zu wenig Daten“, obwohl ich viele Serien habe?

Jede Auswertung zählt nur, was sie verwerten kann. Für „Schussposition in der Serie“ sind das Serien mit einer durch 10 teilbaren Schusszahl, für „Training vs. Wettkampf“ Serien mit gesetztem Typ. Die Auswertungen zur Lage brauchen außerdem gemessene Positionen. Serien anderer Disziplinfamilien bleiben ebenfalls draußen.

Ist „kein Effekt“ ein Fehler?

Nein. Die Auswertung hat gerechnet und das Muster in deinen Daten nicht gefunden, oder der Unterschied liegt unter einem halben Ring pro zehn Schuss. Für dein Training heißt das, dass du dieses Thema ignorieren kannst.

Gilt der Zeitraum-Filter auch für die Erkenntnisse?

Von sich aus rechnen die Auswertungen über dein ganzes Archiv der gewählten Familie, unabhängig von den drei Monaten, die die Statistik sonst voreinstellt. Setzt du im Filter selbst einen Zeitraum oder eine Waffe, gilt das auch für die Auswertungen.

Öffne die Auswertung und schau nach, welche der sechs bei dir schon etwas ausrechnet.

Schau’s dir an