Visier justieren mit Zahlen
Ein Visier stellt man nach einer Serie nur dann um, wenn der Treffpunkt auch in den Serien davor an derselben Stelle saß. Die Ansicht „MPI-Abweichung“ in der Auswertung zeigt genau das, als Punkte auf einer Scheibe und als Linien über die Zeit. Aus dem Versatz in Millimetern und der Klickweite deines Visiers ergibt sich die Korrektur. Die Klicks hältst du im Waffenprofil fest. Dadurch wird eine neue Profil-Version angelegt, und in den Wochen danach zeigt dieselbe Ansicht, ob der Punkt in die Mitte gerückt ist.
Wer sein Visier nach jeder Serie nachstellt, klickt meist dem letzten Zufall hinterher, und die Auswertung zeigt das: Der Treffpunkt springt danach genauso wie vorher, nur in andere Richtungen.
Schritt 1: Ist der Versatz stabil?

Öffne die Auswertung, wähle unter „Diagrammtyp“ den Eintrag „MPI-Abweichung“ und setze den Filter auf die Waffe, um die es geht. Das Polardiagramm zeigt jede Serie als Punkt an der Stelle ihres mittleren Treffpunkts, die neuesten in Rot, die letzten acht verbunden. Liegt die Wolke als Ganzes neben der Mitte, mit den Punkten nah beieinander, ist der Versatz stabil. Liegen die Punkte auf allen Seiten der Mitte verstreut, gibt es an der Visierung nichts zu korrigieren, und jede Änderung macht es schlechter.
Die Linien darunter zeigen dasselbe über die Zeit: Eine X- oder Y-Linie, die seit Wochen über der Null liegt, ist der Versatz. Wie ich Visier und Technik daran auseinanderhalte, steht in Was der mittlere Treffpunkt über deine Technik verrät.
Schritt 2: Wie viel und wohin
Die Auswertung „MPI-Versatz“ auf jeder Ergebnisseite nennt den Versatz in Millimetern, seitlich und in der Höhe, und der gleitende Durchschnitt in der Ansicht „MPI-Abweichung“ nennt ihn über viele Serien gemittelt. Nimm den gemittelten Wert. Sitzt der Treffpunkt im Schnitt 1,2 mm rechts und 0,8 mm hoch, muss das Visier die Gruppe 1,2 mm nach links und 0,8 mm nach unten holen.
Wie viele Klicks das sind, hängt von der Klickweite deines Visiers ab, also davon, wie weit ein Klick die Gruppe auf die Entfernung der Scheibe verschiebt. Der Klick-Rechner kennt die Werte gängiger Diopter von Anschütz bis Walther und rechnet den Versatz für jeden davon in Klicks um, aus Millimetern oder aus Ringwert und Richtung. Die Hersteller geben ihre Werte für eine lange Visierlinie an, im Zweifel steht die genaue Zahl in der Anleitung deines Diopters. Bei 0,2 mm pro Klick sind 1,2 mm und 0,8 mm sechs Klicks nach links und vier nach unten.
Die Zeile „Korrigiert“ auf derselben Auswertung sagt, was die Korrektur bringen würde, in Ringen auf die Serie. Steht dort ein Plus von einem halben Ring oder mehr, lohnt der Griff zum Visier, bei ein, zwei Zehnteln eher noch nicht. Die Zeile erklärt Was wäre ohne Visierfehler drin gewesen? Über dein ganzes Archiv rechnet dasselbe die Auswertung „Liegengelassene Ringe“, beschrieben in Erkenntnisse: sechs Auswertungen.
Schritt 3: Klicks festhalten

Bevor du drehst, schreib den Stand auf. Das Waffenprofil hat unter „Vorschläge“ den Eintrag „Visier-Klicks“, und dort trägst du als Wert ein, was du gestellt hast, „6 links, 4 tief“ zum Beispiel, mit Datum. Weil das Profil schon in Serien steckt, legt Ring Reader beim Speichern eine neue Version an, und die Serien vor der Korrektur behalten den alten Stand. In den Trainingsdetails jeder Serie gibt es außerdem die Felder „Klicks H“ und „Klicks V“ unter „Ausrüstung & Setup“ für Abweichungen an einem einzelnen Tag, etwa am fremden Stand.
Dreh in einem Schritt und in beide Richtungen zugleich, und lass es dann drei bis fünf Serien lang stehen. Wer nach jeder Serie nachjustiert, sieht in der Auswertung nie, ob die erste Korrektur gepasst hat.
Schritt 4: Vorher und nachher

Nach ein paar Serien mit dem neuen Stand öffnest du die Ansicht „MPI-Abweichung“ noch einmal. Die neuen Punkte, rot und verbunden, sollten jetzt um die Mitte liegen, die älteren, violett bis grün, bleiben rechts oben stehen. In den Liniendiagrammen sieht die Korrektur wie eine Stufe aus, die Linie springt von ihrem alten Niveau auf die Null.
Der zweite Blick geht auf das Profil. Ein Tipp auf die Profilkarte in Einstellungen > Ausrüstung zeigt die Profilversionen, und dort steht zu jeder Version die Zahl der Serien und ihr Schnitt. Liegt der Schnitt der neuen Version nach zehn Serien über dem der alten, hat die Korrektur den Anteil geliefert, den die Zeile „Korrigiert“ versprochen hat. Bleibt er gleich, sitzt die Gruppe zwar in der Mitte, und trotzdem hat sich etwas anderes mitverändert, und das ist die nächste Frage.
Häufige Fragen
Wie viele Serien vor der Korrektur?
Genug, dass die Punkte im Polardiagramm eine Wolke bilden. Eine Linie quer über die Scheibe heißt, dass der Versatz noch wandert. Die Auswertung „Liegengelassene Ringe“ in den Erkenntnissen rechnet ab fünf Serien und sagt, ob der Versatz statistisch trägt.
Soll ich seitlich und in der Höhe getrennt korrigieren?
Die Auswertung zeigt beides getrennt, X und Y, und beides lässt sich in einem Schritt stellen. Getrennt korrigieren bringt nur etwas, wenn du eine der beiden Achsen im Verdacht hast, aus der Technik zu kommen.
Was ist mit dem Versatz am fremden Stand?
Notiere die Klicks in den Trainingsdetails der Serien dort, unter „Klicks H“ und „Klicks V“, und lass das Profil unverändert. Der Filter der Auswertung nach Ort zeigt dir später, ob der fremde Stand einen eigenen Versatz hat.
Schau in die Ansicht „MPI-Abweichung“, bevor du das nächste Mal am Visier drehst.
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