Was wäre ohne Visierfehler drin gewesen?

17. September 2026 · 4 Min. Lesezeit

Nach jeder Serie mit Schussbild rechnet Ring Reader aus, was dieselben Schüsse gebracht hätten, wenn die Gruppe in der Mitte gesessen hätte. Die Zahl steht auf der Ergebnisseite in der Karte „MPI-Versatz“ als Zeile „Korrigiert“ (MPI: Mean Point of Impact = Mittlerer Treffpunkt, MTP). Das Plus in dieser Zeile ist der Anteil, der an der Visierung liegt. Eine weite Gruppe bleibt auch nach dem Verschieben weit, daran ändert die Zahl nichts. Es geht hier also nur um die Lage der Schussgruppe, nicht um die Streuung. Wie du beides auseinanderhältst, steht im Kapitel Was sagen deine Zahlen?.

Wo die Zahl steht

Ring Reader Screenshot: Ergebnisseite mit gezoomter Scheibe, M-Knopf aktiv mit gelber Umrandung, orangefarbener MPI-Punkt, darunter die Karte „MPI-Versatz“ mit „Korrigiert: 103,2 (+1,8)“

Öffne ein Ergebnis mit Schussbild. Unter der Scheibe, in der Reihe mit den Schussnummern, sitzt ein kleiner Knopf mit einem M, sein Tooltip heißt „Mittlerer Treffpunkt“. Tippst du ihn an, erscheint ein orangefarbener Punkt an der Stelle, an der deine Serie im Schnitt getroffen hat. Liegt er links unterhalb der Mitte, hat die ganze Serie dorthin gezogen, auch wenn jeder einzelne Schuss für sich gut aussieht.

Weiter unten folgen die Statistikkarten. „MPI-Versatz“ nennt den Abstand dieses Punkts zur Scheibenmitte in Millimetern, seitlich und in der Höhe getrennt, jeweils mit Richtung. Darunter steht zum Beispiel „Korrigiert: 103,2 (+1,8)“. Die 103,2 ist das Ergebnis, das dieselbe Serie mit zentrierter Gruppe erreicht hätte, und die grüne Zahl in der Klammer ist der Unterschied zum geschossenen Ergebnis. Schießt du die Disziplin in Ringwertung, stehen dort ganze Zahlen, und die Zeile erscheint erst, wenn mindestens ein ganzer Ring dazukäme. Auf der Score Card, mit der du das Ergebnis teilst, steht die Zeile ebenfalls. Die übrigen Knöpfe der Reihe beschreibt das Kapitel Ergebnis ansehen.

Was die Zahl bedeutet

Ring Reader nimmt jeden Schuss der Serie, verschiebt ihn um genau den Weg, um den der mittlere Treffpunkt neben der Mitte liegt, und wertet ihn an der neuen Stelle noch einmal aus. Die Summe ist der korrigierte Wert. Die Schüsse bleiben dieselben und behalten ihren Abstand zueinander. Wie aus einer Position auf der Scheibe ein Zehntelwert wird, steht in Teiler und Ringwert.

Sitzt eine Serie als Ganzes neben der Mitte, gehen ihre Ringe an die Visierung verloren. Bei der 101,4 aus dem Beispiel waren es 1,8 Ringe, der Treffpunkt lag 0,88 mm links und 0,79 mm tief. Diesen Anteil holst du mit ein paar Klicks am Diopter oder an der Kimme zurück, ohne anders zu schießen.

Was die Zahl offenlässt

Der korrigierte Wert macht eine weite Gruppe nicht enger. Streuen deine Schüsse über drei Ringe, streuen sie nach dem Verschieben genauso, nur um die Mitte herum. Das Plus fällt dann klein aus, obwohl das Ergebnis schwach war. Für diesen Fall stehen auf derselben Seite die Karten „Trefferkreis“ und „Mittlerer Radius“. Sie beschreiben, wie eng du triffst, und an ihnen ändert eine Visierkorrektur nichts.

Die Zeile braucht außerdem ein Schussbild, also eine fotografierte Scheibe oder einen Import mit Schusspositionen. Bringt ein Import nur Ringwerte mit, bleibt die Karte leer. Einzelne Schüsse ohne Position behalten in der Rechnung ihren geschossenen Wert.

Das Archiv: „Liegengelassene Ringe“

Ring Reader Screenshot: Auswertung „Liegengelassene Ringe“

Dieselbe Frage lässt sich über alle Serien einer Disziplin stellen. In der Auswertung wählst du als Diagrammtyp „Erkenntnisse“ (Pro) und darüber die Disziplin-Familie. Eine der sechs Karten heißt „Liegengelassene Ringe“. Sie rechnet jede Serie so zentriert neu wie die Ergebnisseite und mittelt den Gewinn auf 10 Schuss. Solange weniger als fünf Serien mit Schussbild vorliegen, steht dort „Noch zu wenig Daten (3 von 5).“ Danach meldet die Karte einen Befund erst, wenn er über die Serien hinweg statistisch trägt und mindestens einen halben Ring pro 10 Schuss ausmacht, etwa so: „Wären deine Gruppen perfekt zentriert, hättest du etwa 0,8 Ringe mehr pro 10 Schuss. Prüf dein Visier.“ Sitzen deine Gruppen im Schnitt in der Mitte, sagt die Karte auch das. Schüsse mit nur geschätzter Position lässt sie außen vor. Was die anderen fünf Karten auswerten, steht im Kapitel Statistiken.

Häufige Fragen

Warum zeigt meine Serie keine Zeile „Korrigiert“?

Meist sitzt die Gruppe schon in der Mitte. Ändert das Verschieben nicht einmal ein Zehntel am Ergebnis, bleibt die Zeile weg. In Ringwertung erscheint sie erst, wenn ein ganzer Ring dazukäme. Ohne Schussbild gibt es keine Positionen, die sich verschieben ließen. Das betrifft Importe, die nur Ringwerte mitbringen.

Soll ich nach einer Serie mit +1,8 gleich am Visier drehen?

Schau erst, ob der Versatz bleibt. In der Auswertung zeigt die Ansicht „MPI-Abweichung“ den Treffpunkt jeder Serie als Punkt auf einer Scheibe und seinen Verlauf über die Zeit. Zeigt er Serie für Serie in dieselbe Richtung, ist das Visier dran. Bei einem Treffpunkt, der von Serie zu Serie woandershin springt, klickst du mit jeder Korrektur nur dem letzten Zufall hinterher, und die nächste Serie liegt wieder woanders.

Zählt der korrigierte Wert irgendwo?

Nein. Er wird nirgends gespeichert, Ring Reader rechnet ihn auf der Ergebnisseite, auf der Seite einer Gruppe und für die Score Card jedes Mal neu aus. Rekorde und Challenges arbeiten mit dem geschossenen Ergebnis.

Öffne deine letzte Serie und tipp auf das M.

Schau’s dir an