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Was sagen deine Zahlen?

Ring Reader berechnet eine ganze Reihe von Kennzahlen. Diese Seite erklärt, welche Frage jede Zahl beantwortet — und welche nicht. Wo die Werte stehen, zeigen die Kapitel Ergebnis ansehen und Statistiken.

Ringzahl und Teiler: Ergebnis und Präzision

Die Ringzahl beantwortet die Wettkampffrage: Was zählt auf dem Papier? Der Teiler beantwortet die Präzisionsfrage: Wie nah war der Schuss wirklich an der Mitte? Zwei Schüsse mit derselben 10,3 können 5 oder 25 Teiler haben — gleiche Wertung, deutlich andere Präzision. Deshalb lohnt der Blick auf den Teiler-Schnitt, wenn die Ringzahl stagniert: Er bewegt sich oft früher als die Wertung.

Trefferkreis und Streuwert: zwei Blicke auf die Konstanz

  • Der Trefferkreis ist der kleinste Kreis um alle Einschüsse — anschaulich, aber empfindlich: Ein einziger Ausreißer macht ihn groß.
  • Der Streuwert (Standardabweichung) mittelt über alle Schüsse und bleibt von einem einzelnen Ausreißer fast unberührt.

Wird der Trefferkreis groß, während der Streuwert stabil bleibt, war es ein Ausreißer — such den Schuss in der Schussliste und überleg, was da passiert ist. Wachsen beide, streut die ganze Serie.

MPI und korrigiertes Ergebnis: systematisch oder zufällig?

Der MPI (mittlerer Treffpunkt) zeigt, wo deine Serie im Schnitt sitzt. Liegt er wiederholt neben der Mitte — Serie für Serie in dieselbe Richtung —, ist das kein Zufall, sondern ein systematischer Versatz: ein Fall für die Visierung. Das korrigierte Ergebnis („Korrigiert: +X,X”) rechnet dir aus, was dieselbe Serie mit perfekt zentriertem MPI wert gewesen wäre — dein Potenzial durch reines Justieren, ohne besser zu schießen.

Wandert der MPI dagegen von Serie zu Serie mal hierhin, mal dorthin, hilft kein Klicken — dann ist es Streuung, kein Versatz.

H- und V-Streuung: die Richtung der Streuung

Die Streuung getrennt nach Achsen verrät mehr als der Trefferkreis allein: Eine deutlich größere vertikale Streuung hat häufig mit Atmung, Auflage oder Anschlagshöhe zu tun, eine dominante horizontale mit Abzug oder Ausrichtung. Nimm die Achse mit dem größeren Wert als Hinweis, wo du im Training zuerst hinschauen solltest — und prüfe im Schussbild, ob das Muster dazu passt.

Eine einzelne Serie ist Tagesform plus Zufall. Aussagekräftig werden die Zahlen im Verlauf über Wochen: der Schnitt über zehn, zwanzig Serien, die Richtung der Trendlinie, die Entwicklung von Teiler-Schnitt und Streuwert. Vergleiche dabei Gleiches mit Gleichem — dieselbe Disziplin, derselbe Anschlag; die Filter der Statistik-Seite helfen dabei.

Die richtige Vergleichsbasis: du selbst

Absolute Zahlen anderer Schützen sind die falsche Messlatte — Disziplin, Klasse, Auflage oder freistehend, alles verschiebt die Skala. Die verlässliche Basis ist dein eigener Verlauf: dein Schnitt der letzten Monate, deine persönlichen Rekorde, deine Streaks. Besser als dein eigener Durchschnitt der letzten zehn Serien zu sein — das ist Fortschritt, unabhängig davon, wo dieser Durchschnitt liegt.

Für jede Kennzahl gilt: erst fragen „Ist das ein Muster oder ein Einzelfall?” — und nur auf Muster reagieren. Eine Visierung nach einer einzigen Serie zu verstellen, tauscht meistens nur ein Rauschen gegen ein anderes.